Song des Tages: We Were Promised Jetpacks – „Repeating Patterns“


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Die gute Nachricht zum Sonntag, Teil 1: Der schottische Indie-Rock-Vierer We Were Promised Jetpacks enttäuscht auch mit seinem am Freitag erschienenen vierten Album „The More I Sleep The Less I Dream“ nicht – insofern der geneigte Hörer nicht erwartet, dass Adam Thompson (Gesang, Gitarre), Michael Palmer (Gitarre), Sean Smith (Bass) und Darren Lackie (Schlagzeug) exakte Kopien der Kopien all der Kopien der auch heute noch großartigst nervös rockenden Indiedisco-Hits ihres 2009 veröffentlichten Debütalbums „These Four Walls“ abliefern: „Quiet Little Voices„!  „It’s Thunder And It’s Lightning„! „Keeping Warm„! Tun sie nämlich nicht. Stattdessen bieten WWPJ all jenen, die bereits sehnsüchtigst auf den Nachfolger des 2014er Langspiel-Vorgängers „Unravelling“ gewartet haben, vor allem in der ersten Albumhälfte vermehrt ruhigere, introspektivere Zwischentöne an, bevor der Vierer aus Edinburgh in der zweiten Halbzeit und gen Ende die Zügel wieder deutlich gen des gewohnten Indierocks anzieht. Obwohl Adam Thompson und Co. ganze vier Lenze seit dem letzten Werk haben ins Land ziehen lassen (und laut eigener Aussage fast ein komplettes Album in die Tonne getreten haben, weil es „nicht richtig anfühlte“ und „alles überhaupt nicht gepasst“ habe), hört man der Band deutlich an, dass sie sich dieses Mal – akribische Studioarbeit hin oder her – deutlich mehr spannende kreative Freiheiten erlaubt haben (was möglicherweise auch an Produzent Jonathan Low gelegen haben dürfte, der in der Vergangenheit bereits mit Künstlern wie Sufjan Stevens, The National oder Frightened Rabbit zusammen gearbeitet hat).

51LC31j0ChL._SS500Die gute Nachricht zum Sonntag, Teil 2: Auch – und eventuell: vor allem – in der Post-MTV’n’Viva-Zeit entstehen noch tolle Musikvideos. Etwa jenes zur zweiten Album-Auskopplung „Repeating Patterns“, welches Soundkartell kurz und fein „als ob Mr. Oizo auf die Muppets trifft und allesamt schlechten Stoff dabei hatten“ beschreibt. Während der Clip eine Band aus Plüschtieren zeigt, deren Sänger sich heraus aus dem Konzert in die Wildnis wagt, trumpfen WWPJ im dazugehörigen musikalischen Vierminüter mit hypernervös schrammelnden, rauschenden Post-Rock-Gitarren derart groß auf, dass schon der Song an sich ein wahres Fest ist. Schockverliebt, innerhalb von Sekunden. ♥

 

„Repeating Patterns war einer der ersten Songs für das neue Album geschrieben haben. Live ist er direkt so gut angekommen, dass wir bei den Aufnahmen sehr darauf geachtet haben, dass wir ihn nicht zähmen, sondern genau so rau lassen.“

 

 

Wem die Böcke – feines neues Album hin oder her – mehr nach den Songs aus der Frühphase von WWPJ stehen, dem sei der Konzertmitschnitt einer Show im Londoner XOYO vom Oktober 2011 ans Hörerherz gelegt:

 

Rock and Roll.

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