Song des Tages: Adam Angst – „Wir werden alle sterben“


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Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht… Welche wollt ihr zuerst?

Nun, die schlechte ist, dass sich auch 2017 – im Vergleich zu zwei Jahren zuvor – herzlich wenig am Zustand der Welt im Großen und der Gesellschaft, die da, allzu oft stupide, in ihr vor sich hin malocht, verändert hat – ganz im Gegenteil, leider. Siehe auch: Donald Trump, AfD, Le Pen, Dortmund, Manchester etc. pp.

Die Gute dürfte in diesem Fall sein, dass das selbstbetitelte, im Februar 2015 erschienene Debütwerk von Adam Angst nichts, aber auch gar nichts von seiner zeitgeistig-zynischen Wirkung und Aussagekraft verloren hat. Die elf Bestandteile, aus denen Frontmann Felix Schönfuss und Co. damals ihr Album zusammensetzten, wirken auch im Juni 2017 noch immer wie ein Zerrspiegel, den die bundesdeutsche Gesellschaft vorgehalten bekommt, und damit nicht selten wie ein – pardon my French – verdient-benötigter Sidekick in Kauleiste und Magengrube.

Dass ich als selbsternannter Adam-Angst-Fanboy (das erste Album landete damals verdient auf dem Spitzenplatz meiner „Alben des Jahres„) natürlich auch jedes neue Stück der Nachfolgeband von Escapado und Frau Potz potentiell abfeiere, dürfte sich von selbst verstehen, oder?

In diesem Fall jedoch, möglich objektiv betrachtet: zu recht.

26789Denn „Wir werden alle sterben“, welches vor wenigen Tagen digital als gemeinsame Split Single mit den befreundeten Donots (deren Stück heißt wiederum, angelehnt an die Jim-Morrison-Biografie gleichen Namens, „Keiner kommt hier lebend raus„) erschien und nun auch als auf 500 Stück limitierte Vinyl-Scheibe vorbestellt werden kann,  ist abermals wirklich gut. Eben weil Felix „Adam Angst“ Schönfuss und seine Jungs ihrem Stil treu bleiben und auch 2017 musikalisch Gift und Galle spucken, während der Text düstere Bilder malt. Klar: Schönwetter-Vibes gehen anders. Aber eine Gesellschaft bekommt am Ende eben immer das, was sie verdient, oder?

Am besten wurde es in einer anderen Review zum Song beschrieben:

„Wir haben nur dieses eine Leben. Wir haben nur diese eine Welt. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir beides, so lange es geht, in Frieden halten und behalten können. Lasst uns mit dem, was wir am meisten lieben, für die, die wir lieben, zusammenstehen und den Arschlöchern sagen, dass sie Arschlöcher sind. Und dass wir, solange unsere Herzen schlagen und das Blut bis in den Kopf fließt, nicht tatenlos zusehen werden, bis hier alles brennt.“

Adam Angst selbst haben Folgendes zu sagen:

„‚Jetzt erst recht!‘ Nur mit diesem Credo kann, nein, MUSS man Zeiten begegnen, in denen sich mittlerweile nahezu jeden Tag auf diesem Planeten irgendwelche feigen Arschlöcher für geisteskranke Ideologien in die Luft sprengen“, äußern sich beide Bands in einem gemeinsamen Statement zur Entstehung der Split-Single. „‚Jetzt erst recht!‘ will man wiederum trotzig den anderen Arschlöchern ins Gesicht schreien, die unlängst neue, milliardenschwere Waffendeals für weitere Kriege abgeschlossen haben, menschliche ‚Kollateralschäden‘ (sic!) in Kauf nehmen und damit schlussendlich noch mehr Öl ins Terror-Feuer gießen. Und ‚Jetzt erst recht!‘ muss auch die Entschlossenheit signalisieren, mit der man in diesen Tagen jenen populistischen Arschlöchern entgegenzutreten hat, die all das Chaos nutzen wollen, um rechtes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft wieder salonfähig zu machen und die mit irren Brandreden täglich noch mehr Angst, Hass und Lügen streuen.“

 

 

„‚Nu‘ fahr doch, grüner wird’s nicht!‘
Zum Dank kleb‘ ich am Rücklicht
Und dann werd‘ ich überholen
Schneiden, Finger zeigen, ‚Fick dich!‘
‚Herr Ober, also für diesen Preis
Sollten Sie schon wissen, was al dente heißt‘
‚Ja, furchtbar, das mit Afrika
Doch erklär‘ mir warum ich hier nur Edge-Netz hab‘!‘

Und täglich ziehen Scharen von Arschlöchern ins Land
Suchen sich ’ne Hexe und bewerfen sie mit Schlamm
Die Masse masturbiert und das Opfer sinkt ins Moor
Wär‘ da doch nur öfter diese Stimme im Ohr

Wir werden alle sterben
Wir werden alle sterben
Wir werden alle sterben
Wir werden alle sterben

Holt mal schnell die Gartenstühle rein!
Denn wir werden alle sterben
Nimm dir doch noch ein bisschen Zeit um voller Hass zu sein!
Erst dann kannst du in Frieden sterben

Hol deinen Vorgesetzten auf die Knie, du Hurensohn!
Will mir aus sicherer Entfernung einen runterholen
(Will mir aus sicherer Entfernung einen…)

Holt mal schnell die Gartenstühle rein!
Denn wir werden alle sterben
Nimm dir doch noch ein bisschen Zeit um voller Hass zu sein!
Erst dann kannst du in Frieden sterben

Wir werden alle sterben
Wir werden alle sterben
Wir werden alle sterben
Wir werden alle sterben“

 

Rock and Roll.

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