Song des Tages: Evan Dando – „Shots Is Fired“


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„The Lemonheads. Stets zwischen Punk und College Rock pendelnde Band aus Boston. Mal ungestüm, mal sensibel. Lecker gemischt aus Schrammelrock, Country, Punk und Grunge. Mit einem der potentiellsten Superstars der beginnenden Neunziger gesegnet: Evan Dando. Was für eine Stimme! Rau genug, um ungekämmte Indie-Kids anzusprechen. Sanft genug, um auch romantisch Gesinnte zu erwischen. Verführerisch genug, um Dando zu einem ’slacker sex-kitten‘ werden zu lassen. Das himmlische ‚Into your arms‘ wurde sogar noch ein waschechter Hit. Und dann? Nichts mehr. Die Zitronenköpfe kamen in die Saftpresse, und Dando kümmerte sich mehr um berauschende Substanzen anstatt selber zu berauschen. Wenigstens spielte er dabei nicht mit Schrotflinten herum.“

(plattentests.de in der Review zu „Baby I’m Bored“)
 

Stimmt schon, oder? Aber halt! Da hat der Schreiberling der obigen Zeilen, welche anlässlich von Dandos erstem – und bisher einzigem – Soloalbum „Baby I’m Bored anno 2003 in die digitale Welt entlassen wurde, doch glatt die wichtigste Zutat vergessen, welche seit eh und je sowohl die Songs der Lemonheads als auch die Alleingangsergüsse ihres Frontmanns anreichert: Pop. Damit stellt der mittlerweile auch schon 50-jährige „Slacker-Posterboy der Neunziger“ in etwa die Schnittmenge aus den Beatles und den Ramones, aus John’n’Paul und Joey’n’Johnny dar. Wer auf Eingängiges, Hittiges steht, der konnte und kann gar nicht an Evergreens wie „Into Your Arms“, „Big Gay Heart“ oder „If I Could Talk I’d Tell You“ vorbeimarschieren, ohne dass sich die Songs schnurstracks in den Gehörgängen festsetzen und einen zum Mitpfeifen animieren. Isso.

Und was für die Lemonheads galt, die ihren ersten größeren Hit 1992 ausgerechnet mit einer Coverversion des Simon-and-Garfunkel-Gassenhauers „Mrs. Robinson“ hatten, Ende der Neunziger eine Pause einlegten und erst 2005 wieder zusammenkamen, ist auch bei „Baby I’m Bored“ kaum anders. Okay, Evan Dandos Alleingang ist mehr verschlurfter Sonntagmorgenfolk als die verquer angepunkten Hymnen der Lemonheads – man sollte sich in die zwölf Songs fallen lassen wie in eine bunte Blumenwiese. Wenn man jedoch erst einmal drin liegt, will man aus diesem Mix, bei welchem Dando unter anderem ein gewisser Jon Brion als Produzent zur Seite stand (und der hat ja bekanntlich ein ausgewiesenes Näschen für Pop mit Gütesiegel), der von sanfter Melancholie, definitiver Autofahrmusik (Scheiben runter! Sonne rein!) und bittersüß-kalifornischer Sehnsucht so ziemlich alles in petto hat, gar nicht mehr raus. Versprochen.

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Wie die Zeit vergeht! Schlappe 14 Jahre liegt die Veröffentlichung von „Baby I’m Bored“ nun bereits zurück… Vierzehn?!? Ich werde alt… Die gute Nachricht: An wem das Album bislang vorbei gehuscht sein sollte, der darf in wenigen Tagen einen erneuten Anlauf starten, denn im Juni erscheint Evan Dandos Soloalbum in einer um massig Bonus Tracks erweiterten Variante.

Bereits jetzt gibt uns Dando eine alternative Version des noch immer tollen Songs „Shots Is Fired“, bei dessen Albumvariante Liv Tyler (ja, die Liv – „Arwen“ aus „Herr der Ringe“, Tochter von Aerosmith-Knautschbirne Steven Tyler, Trägerin des schönsten Schmollmunds von Hollywood – Tyler!) einige Backgroundvocals beisteuerte, auf die Ohren. Wird dadurch ja nicht schlechter, der Song…


 
Rock and Roll.

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