Song des Tages: Pale Honey – „Youth“


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„Jungs hätten das garantiert anders gemacht und – das sollte man ergänzen – nicht unbedingt besser.“ (MPMBL.)

Überhaupt – dieses Denken in Geschlechterrollen: Jungs müssen möglichst tough sein und dumb-derb rocken á la Strokes und Metallica, Mädels sinnfrei-aufreizend die Hüften schwingen und die Möpse spazieren tragen wie Katy Perry oder Ariana Grande (danke übrigens an Facebook, daher kenne auch ich solche Namen). Ist doch (h)ausgemachter Bockmist, oder? Dass das weibliche, gar nicht mal immer so zarte Geschlecht die Saiten durchaus ebenso ungestüm zu malträtieren weiß, wissen wir nicht erst seit Polly Jean Harvey und Konsorten. Und wer mal eben bewiesen haben möchte, dass Slash auch einen ebenbürtigen femininen Widerpart besitzt, der sollte sich mal die ehemalige Prince-Protegistin Donna Grantis zu Gemüte führen… Kurzum: wer rocken will, soll einfach rocken. Ganz egal, ob nun mit den sprichwörtlichen „Balls“ oder ohne.

51ma-fmp0ql-_ss500Das dürften wohl auch Tuva Lodmark und Nelly Daltrey so sehen. Das junge Duo aus dem schwedischen Gøteborg, einer Stadt, welche mit Namen wie José Gonzáles, Jens Lekman, Ace Of Base, Little Dragon, The Knife oder The Soundtrack Of Our Lives seit den Neunzigern schon Vielfältiges ins Musikgeschäft gespült hat, hat sich als Pale Honey dem versierten Spiel mit Gesang-Schlagzeug-Gitarre und der Dynamik aus Leise und Laut verschrieben und beschreibt sich via Facebook mal eben so: „We can headbang at 2040 bpm (bangs per minute) but you will never see it.“ Take that, guys! Dass es den beiden Damen nicht durchgängig gelingt, auf allen der zehn Stücke des bereits 2015 erschienenen, selbstbetitelten Debüts den Spannungsbogen zu halten – geschenkt. Dass ein Großteil der Songs dem Dreampop (zwar zerschossen, aber noch immer verträumt) dabei näher steht als dem Punkrock (und das Album gar mit der psychedelischen Synthie-Ballade „Sleep“ beendet) – ist okay. Solange dabei so großartige Stücke wie „Youth“ rausspringen, welches sich allen Ernstes anhört wie die weibliche Variante eines recht frühen Nine-Inch-Nails-Songs (zu Zeiten von „Pretty Hate Machine“, „The Downward Spiral“ oder „The Fragile“). The girls are alright.

 
 

 

Rock and Roll.

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