Zitat des Tages


niemoeller_martin_gr

Ein tolles Zitat, auf das ich heute (wieder) durch einen Facebook-Post der nicht minder tollen Amanda Palmer gestoßen bin (auch wenn ich mit ihren Ansichten nicht immer – jedoch immer öfter schon – komplett übereinstimme):

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte konnte.“

 

…oder auf Englisch:

„First the Nazis came for the Socialists, and I did not speak out – because I was not a Socialist.

Then they came for the Trade Unionists, and I did not speak out – because I was not a Trade Unionist.

Then they came for the Jews, and I did not speak out –  because I was not a Jew.

Then they came for me – and there was no one left to speak for me.“

 

Das Zitat stammt vom evangelischen Theologen und führenden Vertreter der Bekennenden Kirche Martin Niemöller (1892-1984), welcher – man ahnt es bei einem Ausspruch wie dem obigen bereits – auch als einer der wohl bekanntesten Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus gilt (vor allem, nachdem er 1937 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert war) und nach 1945 in der Friedensbewegung in Erscheinung trat.

Und: Ja, wer ein wenig zu Niemöllers Zitat, welches 1986 in der Schrift „Was würde Jesus dazu sagen“ erschien, recherchiert (aus sei es nur auf Wikipedia), der wird schnell feststellen, dass es verschiedene Versionen davon gibt (sowohl, was einzelne Wörter betrifft oder auch die Erwähnung von Juden oder Katholiken). Doch darum geht es ja eigentlich gar nicht. Vielmehr geht es mir um die Botschaft, und die sollte – ob nun für links oder rechts, für Evangelist, Katholike, Moslem, Hindu, Buddhist, Agnostiker oder Atheist, für Schwarz, Weiß, Gelb, Grün oder wasweißich – für jeden deutlich sein: Wir alle sind Menschen, und niemand ist besser oder schlechter als der andere, nur weil er eine andere Hautfarbe, ein anderes Geschlecht, eine andere sexuelle oder politische Orientierung oder gleich gar nicht weil er/sie einen höheren oder niedrigeren Kontostand hat oder auf einem anderen Teil dieses gottverdammten Planeten geboren wurde. Nein. Alle sind gleich, und manche leider – da haut einem die Realität eine aufs Maul – gleicher als die anderen. Gerade deshalb sollte man im Kleinen jedem ebenbürtig entgegen zu treten versuchen. Es kommt auf Dich und Dein Gegenüber an.

Und: Natürlich ist Donald Trump ein tierisches Arschloch. Natürlich wird die US-Wahl, welche wohl auf ihn als 45. US-Präsidenten gefallen ist, nur den Wenigsten und den Reichsten und größten Rassistenarschlöchern Positives bringen. Doch glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Hillary „Killary“ Clinton Besseres, Menschlicheres im Sinn hätte und hatte? Natürlich mag Washington, D.C. (dort – im US Holocaust Memorial Museum – ist übrigens auch Niemöllers Zitat verewigt) ebenso weit weg von Europa erscheinen wie etwa Moskau oder Peking. Und doch betreffen Entscheidungen, welche ebenda oder in Berlin, Paris oder sonstwo getroffen werden, uns alle – Globalisierung, Kapitalismus et al sei Dank. Mag heißen: Freilich ist diese Welt – das fühle ich, das denke ich – anno 2016 tierisch am Arsch. Und doch – und gerade deshalb – kommen wir nur alle zusammen da raus, irgendwie – und besser früher als zu spät. Niemand für uns kann gleichzeitig ein halbwegs funktionierender Teil dieser im Kern so kaputten Gesellschaft oder doch ganz für sich sein.

Der große Mahatma Gandhi sagte einst: „Be the change that you wish to see in the world.“ Fangt also bei euch und im Kleinen an, seid zwar realistisch, was die Welt um euch herum betrifft, jedoch immer auch so offen und positiv wie nur irgendwie möglich. Seid gut zu den Menschen um euch herum, seid hilfsbereit zu denen, die Hilfe benötigen und verdienen, und habt gerade für die, die mies zu euch sind, ein Lächeln übrig. Wie heißt es so schön: „Smile… it confuses people.“ 

Und falls sich auch nur einer fragt, aus welcher Warte meinerseits diese Worte kommen: ich bin ein durchaus in der realen Welt verhafteter Agnostiker. Tut jedoch nichts zur Sache, denn in erster Linie bin ich Mensch. Und genau deshalb – und weil mich die aktuelle Situation in der Welt an jene in den 1920ern und 1930ern denken lässt (welche ich freilich, wie die meisten von uns, zum Glück nur aus den Gesichtsbüchern und Dokumentationen kenne) – mussten diese Worte raus.

Danke und…

 

Rock and Roll.

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