Von was träumen Abwaschroboter? – Der Sci-Fi-Kurzfilm „Hum“


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Das Kurzfilm-Genre kann oft Fluch und Segen zugleich sein. Zum einen ist die Spielzeit eines Kurzfilms – klar – begrenzt und die Macher müssen daher alles in gestraffter Zeit in optisch möglichst vielsagenden Bilder über die Leinwand (oder Bildschirme) bringen. Zum anderen sind sie dadurch weitaus weniger dazu verleitet, unnötige Handlungsstränge oder Erzählebenen einzubauen – keep it short, keep it simple.

Und: Mit fortschreitender Entwicklung der benötigten (Film)Technik lassen sich auf Vimeo und Co. immer mehr wirklich tolle, gelungene Kurzfilme – ob nun animiert oder nicht – bestaunen. Eines der neusten und besten Beispiele ist – neben „Borrowed Time“, welchen euch ANEWFRIEND vor wenigen Tagen vorstellte – „Hum“.

Die Handlung ist – typisch Kurfilm – schnell zusammengefasst: Ein mobiler, immerzu traurig dreinblickender Abwaschroboter fristet seit langer, langer Zeit (zumindest lässt sich das anhand seiner Rost- und Gebrauchsspuren vermuten) sein einsam-funktionales Dasein in den nasskalten Kellerräumen eines Restaurants, in welchem sein einziger Kontakt zur Welt da draußen die Kisten mit dreckigem Geschirr sind, die über ein Fließband zu ihm nach unten gelangen. Manchmal findet er zwischen dreckigen Gläsern und Tellern Hinterlassenschaften der Gäste wie Geburtstagsglückwunschkarten oder Partyhütchen, welche ihm eine leise Ahnung davon vermitteln, was in der ihm so unbekannten Welt jenseits des Abwaschbeckens vor sich zu gehen scheint. Und: dieser kleine rollende Roboter, welcher dem Pixar-Klassiker „WALL·E“ nicht ganz unähnlich sieht, hat durchaus Träume. Und bekommt eines Tages unverhofft die Chance, sich selbst seine Fragen bezüglich der Außenwelt zu beantworten…

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Hum“ ist – und das ist wohl das Erstaunlichste an den wirklich tollen knapp neun Kurzfilmminuten – die Errungenschaft des ambitionierten US-amerikanischen Filmhochschulstudenten Tom Teller, der das bereits preisgekrönte Ergebnis im vergangenen Jahr als Studienprojekt mithilfe eines im Grunde läppischen Budgets von 2.000 US-Dollar fertig stellte. Beweis genug also, dass der, der genug Talent und Ideen besitzt, heutzutage keine Millionen an Finanzierung oder allzu viel teures Equipment mehr benötigt, um gute Kurzweil-Unterhaltung zu liefern.

 

 

 

Rock and Roll.

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