Fliegende Fäuste, lockere Sprüche – Bud Spencer ist tot.


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Film- und Fernsehschauspieler, Stuntman, Jurist, Olympischer Schwimmer und Wasserballspieler, Sänger, Komponist, Fabrikant, Drehbuchautor, Modedesigner, Musikproduzent und Erfinder sowie Gründer der Fluglinie Mistral Air – wer solch eine Vita vorzuzeigen hat, bei dem darf man berechtigterweise fragen, was er denn nicht konnte.

Den meisten meiner Generation (und den etwas Älteren) war der gebürtige Neapolitaner Carlo Pedersoli jedoch unter seinem Künstlernamen Bud Spencer, welchen er aus seiner Lieblingsbiermarke „Budweiser“ und seinem Lieblingsschauspieler Spencer Tracy kreierte, bekannt. Gemeinsam mit einem gewissen Terence Hill (auch er, gebürtiger Venezianer und mit richtigem Namen Mario Girotti, war lediglich auf der Leinwand ein US-Haudegen) machte er beinahe unzählige Filme wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Sie nannten ihn Plattfuß“ oder „Das Krokodil und sein Nilpferd“, welche vor allem in den Siebzigern und Achtzigern zwar als seltsam schräge, brüllend komische Italo-Western-Parodien auf die großen US-Originale entstanden (ihr wisst schon: Clint Eastwood und „Spiel mir das Lied vom Tod“ und so), jedoch Generationen von Heranwachsenden die Kakaomilch aus den Nasenlöchern prusten ließen und mir – und da bin ich wohl kaum der Einzige – ob ihrer ebenso zeitlosen wie freiwilligen Spaghetti-Western-Comedy auch heute noch ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Gestern ist Carlo „Bud Spencer“ Pedersoli im Alter von 86 Jahren in Rom gestorben. Und mit ihm verabschiedet sich für viele, die in einer Zeit vor dem Internet aufwuchsen, auch ein Stück der eigenen Kindheit. Sein letztes Wort – so wird berichtet – soll „Danke“ gewesen sein – nicht weniger möchte man selbst Bud Spencer, dem alten Haudrauf-Komödianten, mit auf den Weg geben. Mach’s gut.

 

Neben einem Verweis auf ein paar gut gewählte Worte auf „Spiegel Online“ möchte ich an dieser Stelle auch die Abschiedsworte von Oliver Kalkofe an so viele Erinnerungen des Heranwachsens zitieren:

„Bud Spencer ist tot. 
Wie kann das sein? 
Warum hast du nicht einfach dem Sensenmann ein paar auf die Nuschel gegeben oder mit dem Vorschlaghammer nen Scheitel gezogen? 
Du hättest ihm auch einfach einen Satz heiße Ohren verpassen oder ne Delle in die Gewürzgurke hauen können. 
Von mir aus hättest du ihm auch ne Beule in den Bart beißen dürfen, bis ihm die Hose wegfliegt…
Oh Mann, wie viele wundervolle Kinostunden habe ich mit Dir verbringen dürfen, wie sehr habe ich gelacht und jede neue Klopperei herbei gesehnt, wie viel Spaß hast du mir und unzähligen Menschen nicht nur meiner Generation geschenkt!
Eine Kindheit ohne Buddy könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen…
Du warst ein Held, ein Freund, ein Kumpel –
einer von uns, nur halt mit ner Kelle, für die man nen Waffenschein braucht.
Und jetzt bist Du nicht mehr bei uns.
Sondern sorgst mit deinen zwei Fäusten für ein Halleluja im Land der Himmelhunde…
Wieder einer weniger hier unten, der diese Welt lebens- und liebenswert machte.
Danke für alles.
Danke für die Freude, das Lachen, den Spaß und den unvergleichlichen Sound Deiner wundervollen Dampfhammer-Schläge.
Du warst wirklich einer der Besten.
Wir werden dich nie vergessen.
Mach’s gut da oben… und lass es dir schmecken.
Denn auch die Engel essen Bohnen…“

 

 

bud-spencer-aus-plattfuss-am-nil-1980-

 

Rock and Roll.

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