Song des Tages: Declan McKenna – „Paracetamol“


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Declan McKenna ist im wahrsten Sinne ein „Newcomer“, wie er im Buche steht. Aber einer, der die Karriereleiter auf der Überholspur nimmt und schon bald so etwas „der nächste Jake Bugg“ werden könnte (wenn’s den denn braucht). Dabei ist McKenna erst süße 17 Jahre jung…

Allerdings muss der Teenager, der die Performing Arts Academy der St Mary’s Church of England High School im englischen Cheshunt, Hertfordshire besucht(e), bereits früh festgestellt haben, welches Talent da in ihm schlummert – und sich danach für die „Emerging Talent Competition“ des altehrwürdigen Glastonbury Festivals angemeldet haben. Den Wettbewerb gewann der junge Musiker – wenn man so will das englische Indie-Pendant zu Justin Bieber, nur eben mit Herz, Verstand und Sendungsbewusstsein – dann auch im April 2015.  Dadurch wurde auch der „New Musical Express“ – Englands BILD-Zeitung fürs Musikalische – auf den ambitionierten Singer/Songwriter aufmerksam, ernannte ihn zu einem der „heißsteten neuen Acts“ (Understatement war ja bekanntlich noch nie das Ding des NME), was wiederum die Talentscouts der Plattenindustrie auf den Plan rief. Sage und schreibe 40 (!) verschiedene Labels baten den Teenie um eine Vertragsunterschrift (oder in dem Fall eher die Erziehungsberechtigten), am Ende entschied sich Declan fürs renommierte Majorslabel Columbia Records. Nur keine Zeit verlieren, oder?

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Doch wird der so Umworbene den Lorbeeren auch gerecht? Nun, schon seine erste Veröffentlichung, die Single „Brazil„, setzt zumindest ein mit „Like“-Button versehenes Ausrufezeichen hinter diese Frage, während McKenna zu gefälligem Indiepoprock à la Libertines oder Jack Peñate und Zeilen wie „I heard you sold the Amazon / To show the country that you’re from“ Korruption in den Reihen der FIFA anprangert (was ihm sogar eine Einladung in eine britische Nachrichtensendung einbrachte). Seine Altersgenossen machen sich wohlmöglich mehr Gedanken über Pickel, das andere Geschlecht oder den nächsten Diskobesuch – Declan McKenna, der Künstler wie Sufjan Stevens, Jeff Buckley, The Beatles, Massive Attack, David Bowie oder Kendrick Lamar zu seinen Einflüssen zählt, ist da scheinbar anders.

32067668_500_500Und so ist auch Single Nummer zwei, „Paracetamol“, kaum weniger tief schürfend. Im Song wie im Musikvideo macht sich McKenna für die Transgender-Community stark, welche ja – etwa durch Against Me!-Frontfrau Laura Jane Grace oder Caitlyn Jenner – bereits seit einiger Zeit die ebenso verdiente wie benötigte Aufmerksamkeit erfährt. Denn noch immer – und deshalb schrieb der 17-jährige Musiker dieses Stück vor etwa zwei Jahren – gibt es traurige Beispielsschicksale wie das von Leelah Alcorn, einem Trans-Teenager aus dem US-amerikanischen Ohio, der Selbstmord beging, weil ihre streng religiöse Mutter ihr mitteilte, dass sie „nie ein Mädchen sein würde“ und sie zwang, sich einer christlichen „Transgender-Umerziehungstherapie“ zu unterziehen – eine traurige Geschichte, und leider kein Einzelfall (die Hintergründe zu McKennas Song findet man etwa in diesem Artikel des britischen „Guardian“, während man hier ein Interview mit dem Newcomer lesen kann, in welchem er auch über „Paracetamol“ spricht). In der Tat keine leichte lyrische Kost – umso besser, dass die britische Musikszene Talente wie Declan McKenna hervor bringt, die der Welt – neben feinen Melodien – auch etwas zu sagen haben.

 

Hier gibt’s das gelungene Musikvideo zu „Paracetamol“…

 

…und den Song in einer Live-Session-Varinate:

 

„There’s a boy, fifteen, with a gun in his hand
And the people with no audience say should be hanged
They ask for his motive but they don’t understand
Why they love like they do, like they do
There’s a girl, fifteen, with her head in a noose
Because she’s damned to live, well she’s damned to choose
And the animals walked in twos by twos
Showing love like they do, like they do
There’s a girl, fifteen, although she isn’t sure
Well how the hell could you want anything more
Beautiful, perfect, immaculate whore
I’m in love, love with you, love with you

Oh won’t you let me finish
You drive me insane
The world will keep on turning
Even if we’re not the same
Don’t come on to me, come on to me

There’s a boy, fifteen, turning into a man
Well tell me one other thing that he can
While you forced a smile through a jealous hand
Showing love like you do, like you do
There’s a boy, fifteen, and he’s attempted to sue
Cause he’s definitely sure that it’s true
What kind of man, kind of man are you
Showing love like you do, like you do

Oh won’t you let me finish
You drive me insane
The world will keep on turning
Even if we’re not the same
Don’t come on to me, come on to me

So tell me what’s in your mind, so tell me what’s in your mind
And don’t forget your paracetamol smile
So tell me what’s in your mind, so tell me what’s in your mind
And don’t forget your paracetamol smile
So tell me what’s in your mind, so tell me what’s in your mind
And don’t forget your paracetamol smile
So tell me what’s in your mind, so tell me what’s in your mind

You’re emotionally challenged
Why do you waste you waste your time
The world around you’s manic
Do you have no shame
Come on to me, come on to me“

 

Rock and Roll.

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