Wie ich herausgefunden habe, dass ich 69 Sklaven halte…


69 slaves

Als ich vor ein paar Tagen, aus reiner Routine, durch die üblich verdächtigen Musik- und Kulturseiten surfte, fand ich einen Artikel, der aufzeigt, wie viele Sklaven für mich arbeiten. Sklaven? Für mich?!? Eigentlich war ich bis zu diesem Zeitpunkt fest davon überzeugt, dass ich seit einiger Zeit keine Sklaven mehr halte, alleine schon der modernen Zeiten selbst wegen. Falsch gedacht, denn es genügt schon, öfter mal günstige Kleidung einzukaufen, wie mir die Seite „Slavery Footprint“ aufzeigen sollte. Also los:

Screenshot-2016-02-25-11.12.04

Fotos: http:/slaveryfootprint.org/

 

Kleidung:

Screenshot-2016-02-25-11.21.13Ein T-Shirt für unter fünf Euro ist kaum zu refinanzieren, wenn niemand dafür ausgebeutet wird. Berichte über eingestürzte Sweatshops (jaja, irgendwo in einem fern entfernt scheinenden Land) und preisgekrönte Vice-Dokumentationen sind aber bei Vielen schnell wieder vergessen, sobald etwa das neue Air-Jordan-Modell vorgestellt wird. Wem also ein gutes Gewissen wichtig ist, der sollte die nächsten Hosen nicht unbedingt bei H&M kaufen – auch wenn eben das – ein gutes Gewissen – manchmal unverschämt teuer ist (oder zumindest zu sein scheint)…

 

Technik:

Screenshot-2016-02-25-11.19.45Tadaa! Riesen-Überraschung, ich bin Musik-Fan, Blogger und durchaus technik-affin… zwei Laptops im Haushalt, zwei, drei hochwertige Kopfhörer und zwei Stereoanlagen, Tablets in mehreren Zimmern und ein guter Teil der Apfel-Gerätschaften – meine Musikleidenschaft schafft wohl mit Sicherheit zahlreiche Sklaven-Arbeitsplätze. Das neuste Lieblingsalbum kann ich – egal ob physisch besorgt beim Versandriesen mit dem „A“, vom Plattenladen ums Eck, mehr oder minder legal digital geladen oder gestreamt, etwa bei Spotify – gerade nicht mehr so recht genießen, wenn ich mir dabei hungernde Fabrikarbeiter vorstellen muss…

 

slavery-footprint-6Anhand einiger Angaben zu euren Besitztümern, eurem täglichen Leben und zur Ernährung errechnet die Seite mithilfe eines Algorithmus, wieviele „Sklaven“ – das heißt Hungerlohnarbeiter in der dritten Welt – mit eurer Konsum- und Lebensweise verknüpft sind. Nur etwa 10 bis 15 Minuten dauert es, dann steht das tatsächlich in jedem Falle unangenehme Ergebnis schwarz auf digital auf eurem Browserbildschirm. Und ganz egal, ob es 10, 110 oder, wie in meinem Falle, ganze 69 Sklaven sind, das Ergebnis beweist vor allem eines: wirklich alles, was wir Industrienationenbürger tun, wirkt sich indirekt auf ausgebeutete Menschen in der Dritten Welt aus. Tun kann man dagegen leider nur wenig, außer bewusst(er) leben und sich selbst und anderen klar zu machen, dass ein Mehr an Gütern nicht unbedingt und in jedem Falle gleich einen Mehrwert bedeuten muss.

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Hinter „Slavery Footprint“ selbst steckt die Organisation „Made in a Free World„, welche wiederum auf einer Idee vom Gründer und CEO Justin Dillon basiert, der bereits 2008 mit einer Dokumentation zum Thema neuzeitlicher Sklaverei tiefer in Ausbeutungsmißstände zwischen den Industrienationen und der Dritten Welt hinein horchte. 2011 dann gründete er „Slavery Footprint“.

Hier kann man selbst den Test machen…

slavery_footprint_banner

 

Rock and Roll.

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