Song(s) des Tages: East Cameron Folklore – „Kingdom Of Fear Trilogy“


KoF Trilogy

Das im vergangenen April beim Grand Hotel Van Cleef erschienene dritte Album „Kingdom Of Fear“ der texanischen Punkfolker von East Cameron Folklore kenne ich freilich (und bei wem diesbezüglich noch eine musikalische Lücke klafft, der darf diese gern schleunigst schließen). Und auch der Fakt, dass die Band vorhatte, drei Songs des Konzeptalbums in einem Musikvideo peu á peu visuell umzusetzen, hatte ich im Hinterkopf. Doch irgendwie habe ich diesen Fakt im vergangenen Jahr aus den Augen verloren, und das gut elfminütige Gesamtergebnis erst jetzt gesehen…

Mit „Kingdom Of Fear“ beginnen East Cameron Folkcore eine zusammenhängenden Geschichte, auf dem Album geht dem Stück noch der Track „What The Thunder Said“ voraus. Wie auch auf Platte hört man im Musikvideo kurz den Donner, bevor dieses aus der Sicht eines kleinen Mädchens langsam erzählt, dass im Leben nicht alles so easy-going ist, wie mit dem Chopper-Dreirad über den Bürgersteig zu cruisen.

Denn ebenjenes Mädchen verliert im Video nicht nur ihre Mutter (die am Ende des ersten Teils kurz zu sehen ist) und das zwangsgepfändete Zuhause, sondern auch ihre kindliche Unschuld. „‚Kingdom Of Fear zeigt‘, wie das Kind an den Punkt kommt, an dem es auf die wahre Welt trifft“, erzählt Frontmann Jesse Moore, „manchmal passiert das schon in jungen Jahren, manchmal erst später im Leben.“

90609c06-EFC_KOFWährend sich „Kingdom Of Fear“, das Album, mit den wahren Problemen, der Desillusion des Lebens und dem Verlust des American dream beschäftigt, lässt einen das Musikvideo erst einmal mit einem dicken Klos im Hals zurück. Dabei sei es gar nicht derart emotional geplant gewesen, sagt Moore: „Wir wollten uns auf Dinge fokussieren, die vielen Leuten passieren, und diese auf zwei Leute herunterbrechen. Als wir uns das fertige Video zum ersten Mal angesehen haben, merkten wir selber erst, wie emotional und dramatisch es wirkt.“

Hält der erste Teil der Trilogie noch ein etwas melancholischeres Level, gestalten sich der zweite („The Joke“) und dritte Teil („969“) bereits wieder ganz anders. Zudem kann man auch in dem Text zu „Kingdom Of Fear“, der unter anderem die Sehnsucht nach der Flucht aus der Kleinstadt thematisiert, ein paar komische wie wahre Zeilen entdecken: „We’ll never grow up, we’ll only grow older /…/ Still take naps and drink from the bottle / Still cry without cause / Not responsible for our actions / It’s always someone else’s fault.“

Alle drei Teile der Video-Trilogie wurden in DIY-Manier mit Freunden der Band in und rund um Austin, Texas gedreht. So spielt die Familie des langjährigen Freunds der Band, Travis, auch die Familie im Video. „Travis hat sich mit seiner Frau auf einem unserer Konzerte verlobt, wir sind gute Freunde. Als wir uns überlegt haben, wer die Rollen spielen soll, waren sie unsere erste Wahl. Sie haben niemals zuvor geschauspielert, ihre Sache aber wirklich großartig gemacht“, sagt Moore. Stimmt. Die visuelle Umsetzung der drei Albumsongs mag zwar keine ganz leichte Kost sein, dafür jedoch eine, die sich lohnt und zum Nachdenken anregt – wie auch das absolut empfehlenswerte Album…

 

 

Rock and Roll.

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