Song des Tages: Tom Klose – „You’re The Voice“


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Jeder geht anders mit tragischen, weltumspannenden Ereignissen um, und für nicht jeden haben sie freilich die gleiche Tragweite.

Und natürlich darf auch jeder seine ganz eigene Meinung, seine ganz eigene Sicht der Dinge haben, und seine ganz eigenen Schlüsse aus all dem, was sich da am vergangenen Freitag (es war ein 13., ausgerechnet) ereignet hat, ziehen. Fakt ist und bleibt jedoch: mehr als 100 Menschen haben auf ebenso plötzliche wie sinnlose Weise ihr Leben verloren. Und auch wenn anderswo auf der Welt – und das unter freilich weitaus weniger privilegierten Verhältnissen – tagtäglich weitaus mehr Menschen sterben (was unseren Medien oftmals nicht mehr als eine kleine Randnotiz wert ist), so bleibt es doch eines: ein Akt, der zeigt, wie feige und zu allem bereit Menschen sein können, denen das Leben des Gegenübers gerade soviel wert ist wie eine Kugel im Kopf. Menschen, die einfach nur eines wollen: die Welt brennen zu sehen. Gleichzeitig mahnen die Anschläge – ganz egal, von wem und wieso sie verübt wurden – uns, dass auch wir gut behüteten Industrienationenbürger in unserem scheinbaren Wolkenkuckucksheim von einer Sekunde auf die nächste verwundbar sind. Uns wird keine Regierung helfen, keine Kriege, Drohgebärden und Armeen – wir müssen umdenken. Alle von uns. Ansonsten ist das Boot, in dem wir alle sitzen, – pardon my French – ganz gehörig im Arsch.

Doch zurück zur Musik…

Denn dass sich bei einem Anschlag, der sich mehr oder minder direkt auch  (erneut, nach Charlie Hebdo) gegen Kulturschaffende richtete, auch vermehrt Musiker zu Wort melden, verwundert kaum. Kann man sich noch unbeschadet auf die Straße, in ein Konzert und/oder auf eine Konzertbühne trauen? Angst ist natürlich nie eine Lösung, ist sie doch gleichzeitig die schärfste Waffe der Mächtigen, der Skrupellosen. Und doch tragen viele Künstler dieser Tage ihre Zweifel, Trauer, Anteilnahme und Gedanken ebenso offen zur Schau wie so mancher Otto Normal. Oder wie es Tom Klose, deutscher Indie-Singer/Songwriter, dessen im Übrigen feines Debüt „From Weeds To Woods“ im vergangenen April erschien, heute via Facebook zum Andruck brachte:

„Everyone has different ways to react to devastating events. Some through their profile picture, some through their facebook status, some through music.“

Klose selbst nahm sich zur eigenen Verarbeitung der Ereignisse von Paris, deren Tragweite sich noch längst nicht abschätzen lässt, den beinahe dreißig Jahre alten Achtziger-Jahre-Schmonzettenklassiker „You’re The Voice“ des australischen Sängers John Farnham vor und verwandelt es in eine geradezu kämpferisch ehrliche Akustikgitarrennummer – „We’re not gonna sit in silence / We’re not gonna live with fear“.

 

 

Rock and Roll.

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