Abgehört…


Hail The Ghost – Forsaken (2015)

hail-erschienen im Selbstvertrieb-

Okay, wenn man’s kurz und knapp machen würde, dann könnte man mutmaßen, dass Hail The Ghost „Irlands Antwort auf The National“ seien. Also: Melancholisch angerocktes Liedgut zu Rotwein-Bariton und besinnlichem Textgut. Aber wir mutmaßen ja nicht…

Dennoch liegt der Vergleich nahe, da auch Hail The Ghosts Frontmann Kieran O’Reilly – in Irland bereits als Serienschauspieler oder Kopf der Band White McKenzie in Erscheinung getreten – stimmlich gar nicht mal so weit weg liegt von The Nationals unnachahmlichem Frontrauner Matt Berninger. Könnte also hinhauen? Naja, so fast. Denn anders als bei den mittlerweile völlig zurecht weltweit erfolgreichen US-Vorbildern kommt keiner der zehn Songs des Debütalbums „Forsaken“ so richtig in die Pötte. Hier mal ein kleiner Ansatz, das Tempo etwas anzuziehen (toll etwa: „Low Lying Fog“), dort eine schöne Melodie, die auch etwas länger hängen bleibt (die erste Single „Headstoned“). Ansonsten findet nahezu jede der gut 40 Albumminuten, die O’Reilly und seine zwei Mitstreiter Ian Corr (Piano) und Eamon Young (Gitarren), die er aus seiner 2012 aufgelösten Ex-Band White McKenzie rekrutierte (während er selbst noch am Schlagzeug und der Gitarre in Erscheinung trat), im Midtempo-Bereich zwischen viel gefühligem Moll-Piano und etwas mäanderndem GitarreSchlagzeugStreicher statt (am ehesten vergleichbar mit dem The National-Werk „High Violet“), zu denen der 35-jährige Frontmann zwar irgendwie schöne, aber auch seltsam entrückte Zeilen wie „I’m crawling beneath my low lying fog to breathe“ singt. Immer, wenn man meint, dass ein Song jetzt gleich so richtig und endlich an Fahrt aufnehmen und sich mal ein Stückweit aus dem Midtempo-Nebel der Coverlandschaft heraus bewegen würde, ist auch schon wieder Schluss. Schade, eigentlich.

Klar, die Band, welche in dieser Triobesetzung und unter diesem Namen seit dem vergangenen Jahr von Dublin aus gemeinsame Sache macht, muss und darf sich erst finden, einspielen, warm werden. Für die Zukunft sollte man O’Reilly und seine beiden Kumpels im Auge behalten. Dublin wurde nicht an einem Tag erbaut, und auch The National haben einige (tolle) Alben gebraucht, um zur unantastbaren Grandezza im Hier und Heute zu gelangen. Bis dahin ist es für Hail The Ghost noch ein weiter Weg. Immerhin: Der ein oder andere Bläsersatz á la The Nationals „Fake Empire“ lugt hier und da bereits ums Eck…

hail-the-ghost

 

Hier gibt’s „Headstoned“, die erste Single aus dem kürzlich veröffentlichten Debüt „Forsaken“, in Bild und Ton…

 

…während man hier mit „Colony Of Ants“ einen weiteren Song vom Album im Stream hören kann:

 

Rock and Roll.

Advertisements
Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: