Flimmerstunde – Teil 32


Grand Piano – Symphonie der Angst“ (2013)

grand pianoDer berühmte Konzertpianist Tom Selznick (Elijah Wood) leidet unter extremem Lampenfieber. Daher entschließt er sich, eine Karrierepause einzulegen. Als er jedoch nach fünf Jahren Bühnenabstinenz eingeladen wird, das sogenannte „Unspielbare Stück“ vorzutragen und damit seinem kürzlich verstorbenen ehemaligen Lehrer und Mentor zu huldigen, kann er nicht ablehnen. Auch die Tatsache, dass sich bislang jeder Pianist – und so auch er selbst – bei diesem Stück mindestens einmal verspielt hat, hält ihn nicht von seinem Vorhaben ab. Als er jedoch tatsächlich wieder am Klavier sitzt, packt ihn eine ganz neue und andere Angst, denn in seiner Partitur findet Tom eine Nachricht, in der ihm gedroht wird, dass bei nur einem falsch gespielten Ton sowohl sein Leben und das seiner Frau, einer gefeierten Schauspielerin, ein gewaltvolles Ende nehmen würden. Bald schon werden die Drohungen, welche ganz und gar nicht der schlechte Scherz sind, als der sie zunächst erscheinen, konkreter, und sein neuerlicher Peiniger (gespielt von John Cusack) meldet sich zu Wort. Wird Tom es schaffen, seine Angst zu bezwingen und das „Unspielbare Stück“ ohne einen Fehler über die Bühne zu bringen?

grand-piano-dutch-angle

Sicherlich mag es nicht an Elijah Wood allein liegen, dass „Grand Piano – Symphonie der Angst“ am Ende seiner knapp 80 Minuten ein recht zwiespältiges Gefühl zurücklässt. Freilich sind die kleinen Kamerakniffe – die Fahrten durchs Innenleben des sündhaft teuren Konzertflügels, die Hatz hinter den Kulissen des Konzertsaals – mit denen der spanische Regisseur Eugenio Mira (u.a. „Agnosia“, „Red Lights“) versucht, für aufgeladene Spannung und ansehnliches Filmwerk zu sorgen, sehenswert. Allerdings krankt der in Barcelona entstandene Film am dezent vorhersehbaren Script, das sowohl Wood, der sich nach der Überrolle des „Frodo“ in Peter Jacksons monumentalem „Herrn der Ringe“ zusehens auf kleinere Rollen (im cineastischen Sinne) wie die des irren Killers in Alexandre Ajas „Maniac“ sowie TV-Serien wie „Wilfred“ spezialisiert, aber mit seiner hilflos-verängstigten Kindchen-Gestik wohl nie ganz den Deckmantel des Hobbits ablegen wird, als auch John Cusack – beziehungsweise ihren Rollen – wenig Platz zur Entfaltung gibt. Man wird das Gefühl nicht los, dass Mira auf Teufelkommraus versucht, Joel Schumachers „Nicht auflegen!“ nachzueifern, dafür jedoch nur eine Handvoll dramaturgischer Effekte in Petto hatte. So jedoch landet „Grand Piano“, das dem Klassik-Freund die ein oder andere von Elijah Wood fein inszenierte Tasterklimper-Minute bieten dürfte, im unterhaltsam-kurzweiligen Thriller-Mittelfeld, mit deutlich Luft nach oben…

Grand-Piano-2014

 

 

 

Rock and Roll.

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