Auf dem Radar: Douglas Firs


douglas firs

Für was ein Kurzurlaub nahe der belgischen Küste (genauer: in Brügge) auch gut sein kann: einfach mal eben im örtlichen Musikalienfachhandel abtauchen und die lokalen Bands abchecken. So landete neben „Patine„, dem zweiten, im vergangenen Herbst erschienenen Album der ausgezeichneten BRNS aus der belgischen Hauptstadt, auch das ebenfalls zweite Werk von Douglas Firs in meinem Warenkorb. (Und das noch so richtig haptisch, mit Regalstöbern undsoweiter – wunderbar!)

coverDouglas… wer? In deutschen Gefilden dürfte die vor nicht allzu langer Zeit von Frontmann Gertjan Van Hellemont (Gitarre, Gesang, Jahrgang 1987), Simon Casier (Bass), Christophe Claeys (Schlagzeug) und Van Hellemonts älteren Bruder Sem (Piano) ins Leben gerufene Indieband wohl noch gänzlich unbekannt sein. Zu unrecht? Nun, wer die eigene Kapelle nach einer Baumsorte benennt (der „gewöhnlichen Douglasie“) und selbst eher ausschaut, als sei er der wuschelköpfige, behornbrillte Sprecher des örtlichen Schachvereins (Van Hellemont), der braucht sich andererseits irgendwie kaum zu wundern, wenn es mal ein, zwei Anläufe mehr braucht, um Bekanntheit über die Landesgrenzen hinaus einzufahren. Dabei klingt vor allem das neue, zumindest in der belgischen Heimat kürzlich erschienene zweite Album „Long Answer Is No“ (nach dem Debüt „Shimmer & Glow“ von 2012) so ganz und gar nicht nach der drögen Landschaft eines kleinen Landes mit miserablen Autobahnen, tausenden Biersorten und dampfend-fettigen Fritten, sondern viel eher nach den (US-)Vorbildern, die die Band während des Entstehungsprozesses in den Gehörgängen gehabt haben dürfte: Ryan Adams (of Cardinals fame!), Wilco, Neil Young, James Taylor, Conor Oberst, Fleetwood Mac – aber auch so unvermeidliche Inspirationsquellen wie die Beatles (für Gitarrenpop eh unerlässlich) oder good ol‘ Bob Dylan schleichen da durch die zwölf neuen Stücke von Van Hellemonts und Co. Das mag wohl auch daran liegen, dass die Band (potentiell) ordentlich Zaster in die Hände genommen hat, um die in Mechelen, Belgien aufgenommenen Songs im fernen Chicago im Wilco Loft von keinem Geringeren als von Studioass Tom Schick (u.a. Wilco, Ryan Adams, Norah Jones, M Ward) mixen zu lassen, während ihnen bei den Aufnahmen in der Heimat noch Freunde und Bekannte von belgischen Bands wie The Bony King Of Nowhere, Balthazar, Amatorski, Hooverphonic oder Magnus unter die Hände griffen – in einem Land mit elf Millionen Einwohnern kennt man halt die halbe Kulturszene schnell über drei Ecken…

Herausgekommen sind mit „The Long Answer Is No“ knapp 50 Minuten Liedgut, das – viel mehr noch als das Vorgänger-Debüt – zwar noch ganz leise, dafür jedoch umso selbstbewusster nach internationalen Weihen ruft (allen voran die Singles „Caroline“ und „Can You Tell Her I Said Hi?“), oder, wie es Douglas Firs selbst ausdrücken: „songs about life, love, and the importance of having a pet turtle some time in your life“. Weite Landschaft, belgischer Charme…

 

 

 

 

Rock and Roll.

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