Auf dem Radar: Wallflower


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Um Brand New, das Alternative-Post Hardcore-Vierergespann aus Long Island, New York, ist es seit deren letzten Album „Daisy“, welches vor gut fünf Jahren das Licht der Plattenläden erblickte, deutlich ruhiger geworden. Hier ein paar Statusmeldungen via Facebook, da mal ein, zwei Konzerte. Trotzdem haben nicht nur bei ihrer Anhängerschaft einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dass sich mittlerweile immer mehr junge Bands am emotionalen Alternative-Post Hardcore-Sound der Band um Frontmann Jesse Lacey orientieren, zeigt auch das englische Quintett Wallflower. Nicht wirklich neu, aber immer noch besser als das Einschienengleis „Pop“. Oder?

Das mag sich zunächst sicherlich wie ein allzu nüchternes Resümee lesen. Nicht nur zuletzt die US-amerikanischen Citizen und die um etwas mehr Kantigkeit bemühten Balance and Composure haben den 90er-angelehnten, grungigen Alternativerock freilich bis in die Gegenwart gerettet. Die Frage ist: Was muss eine noch junge Band mit überdeutlicher Verwandtschaft anstellen, um ihre Daseinsberechtigung zu begründen? Die Londoner Band Wallflower tut ihren Vorbildern vieles gleich, und macht somit natürlich auch vieles richtig. Die vier Songs ihrer im Oktober veröffentlichten Debüt-EP „Summer Daze“ sind eingängig und strotzen vor toller Melodien, in deren Melancholie man sofort versinken kann oder von deren Aufgewühltheit man sich ohne Gegenwehr mitreißen lässt. Ein vertrauter Sound eben – und vielleicht auch etwas zu vertraut? Sieht man über diese Vergleiche, die besonders Brand News ersten kleinen Geniestreich „Déjà Entendu“ ins Gedächtnis rufen, hinweg, so öffnet sich einem ein solides Debüt einer ambitionierten Band, die über diese Kritiken erhaben und mit jugendlich-frischen Wind in den Segeln aus den Startlöchern kommt und deren gitarrenlastiger Sound – drei an der Zahl – von Produzent Lewis Johns (Funeral For A Friend, Gnarwolves, Sharks) druckvoll in Szene gesetzt wurde.
„Summer Daze“ erschien bislang nur digital und ist auf sämtlichen Musikplattformen zu finden – via Bandcamp rückt die Band ihre Debüt-EP gar nach dem „Pay what you want“-Prinzip heraus. Eine limitierte Anzahl von eigenhändig veröffentlichten Tapes verteilen Wallflower auf ihren Konzerten (oder verkaufen sie im Webstore). Hach, riecht schon herrlich nach Neunzigerjahre-DIY…

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Rock and Roll.

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