Song des Tages: Dorit Jakobs – „Erwarte nicht zu viel“


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„Ihr wart nie wirklich glücklich / Und ich traf nie wen, der es ist / Die Welt ist nicht richtig offen / Die Türen erstmal verschlossen / Die meisten Menschen sind nicht freundlich und nicht klug / Warum habt ihr mir nicht gleich gesagt / Warum habt ihr mir nicht gleich gesagt / Erwarte nicht zu viel“

Wer Zeilen wie diese vom Stapel lässt, dem wird schonmal gern gepflegter Lebenspessimismus unterstellt. Allerdings greift das vor allem bei „Erwarte nicht zu viel“, einem der ersten akustischen Lebenszeichen von Dorit Jakobs im weltweiten Netz, viel zu kurz. Dorit who? Nun, obwohl die gebürtig aus Bremerhaven stammende Anfangsdreißigerin in Vorprogrammsplätzen von Künstlern wie Kristofer Åström, Bernd Begemann, Maike Rosa Vogel, Patrick Richardt oder – jüngst – Kettcar-Fronter Marcus Wiebusch bereits das ein oder andere Hörerherz erobern konnte und dann und wann auch mal allein kleinere Hamburger Bühnen bespielt, dürfte ihr Name selbst im deutschsprachigen *hust* „Liedermacherkosmos“ bislang bei den Wenigsten ein Glöckchen zum Klingen bringen. Gut, dass sich ihr Label DevilDuck Records da schonmal in einer knappen Einordnung versucht: „Ihre Heldinnen waren die großen Frauen der 90er und 80er (Morissette, Vega, DiFranco), den Kick, auf Deutsch zu singen bekam sie von so verschiedenen Künstlern wie Wir sind Helden, Kettcar, Bernd Begemann, Die Höchste Eisenbahn.“ Denn in der Tat klingt Jakobs wie eine junge, weniger aufgedrehte Version von Helden-Frontfrau Judith Holofernes, hat ebenso deren Melodiegespür auf dem Kasten wie das persönlich-mildweise Sendungsbewusstsein der Hamburger Jungs von Kettcar. Und wenn Dorit Jakobs am Ende Zeilen wie „Was würd‘ ich heute anders machen / Hätte ich ein Kind / Wie ich es war / Wie ich es bin? / Ich würd‘ ihm sagen: / ‚Da gibt es so viel Reichtum / Da gibt es soviel Freude / Und etwas davon ist ganz bestimmt für dich / Doch um Himmelswillen, erwarte nicht zu viel'“ nachschiebt, verleiht sie „Erwarte nicht zu viel“ eine rationale Milde, die Song und Hörer – aller Fluffigkeit zum Trotz (Popaffinität war ja noch nie wirklich schädlich) – mit einem geerdeten Grundgefühl zurücklässt…

 

 

Wer übrigens mehr über Dorit Jakobs erfahren möchte, findet in dieser Künstlervorstellung auf pop-polit.com vom vergangenen Jahr einiges an Infos…

 

Rock and Roll.

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