Song des Tages: Noah Gundersen – „Smells Like Teen Spirit“


Noah

Seattle. Die Herkunft aus der Großstadt im Nordwesten der USA (beziehungsweise aus deren Umland) dürfte wohl im ersten Augenblick die größte und beinahe einzige Gemeinsamkeit von Kurt Cobain und Noah Gundersen sein. Auf der einen Seite der ungewollte Posterboy des Grunge, der einer ganzen Generation eine Stimme verlieh, dabei jedoch beständig zwischen typischem Rockstar-Hedonismus und geradezu manischen Lasst-mich-in-Ruhe-Attacken hin und her pendelte, um sich im Alter von 27 Jahren (mutmaßlich) selbst ins Jenseits zu befördern. Auf der anderen Seite der stille, gläubige und spirituelle Singer/Songwriter, der mit seinem absolvierten Vierteljahrhundert die „magische 27“ erst in zwei Jahren erreichen wird.

benbloodNein, um Noah Gundersen muss man wohl kaum die gleichen Bedenken haben, die man damals in den wilden Neunzigern um Kurt Cobain hatte, als MTViva tatsächlich noch Musikvideos spielte und da auch eines mit ausgelassen moshenden Highschoolkids und Cheerleadern inmitten einer damals noch unbekannten Band auf Heavy Rotation setzte. Trotzdem – oder gerade wegen dieser vermeintlichen Diskrepanz – hat sich Gundersen, der im Februar diesen Jahres sein starkes Albumdebüt „Ledges“ veröffentlichte, nun ausgerechnet den größten Nirvana-Erfolg „Smells Like Teen Spirit“ vorgenommen (die Coverversion ist Teil von Gundersens „Twenty-Something EP“ die der Singer/Songwriter exklusiv während Konzerten seiner US-Herbsttournee zum Kauf anbieten wird). Wo Cobain im Original all jenen Verunsicherten und Zurückgelassenen der „Generation X“ eine lauthals krakeelende Stimme gab, zieht Noah Gundersen alle Wut und Frustration vom Songgerüst und bringt so die Trauer zum Vorschein, die wohl im Nirvana-Frontmann hochgekocht sein mag, als er den Song im Mai 1991 gemeinsam mit Bassist Krist Novoselic und Schlagzeuger Dave Grohl aufnahm. Und irgendwie erinnert er mit dieser Vorgehensweise der Entschleunigung eines nahezu unantastbaren Klassikers an die ähnliche große Covervariante, die Ryan Adams 2004 vom Oasis-Evergreen „Wonderwall“ veröffentlicht hat – was ja nun mal nicht die schlechtesten Voraussetzungen sind…

 

 

Rock and Roll.

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