Aus gegebenem Anlass…


L. Cohen

Alles Gute zum 80. Geburtstag, Leonard Cohen! Viele Worte über den am 21. September 1934 im kanadischen Montreal als Sohn eines jüdischen Textilkaufhausbesitzers und einer russischen Emigrantin geborenen Troubadour, Dichter und Schriftsteller zu verlieren, hieße wohl beinahe, lyrisch versierte Eulen nach Athen zu tragen (was wohl nicht unpassend erschiene, lebte Cohen doch einige Zeit zurückgezogen auf der griechischen Insel Hydra). Eine „Legende“ ist Leonard Norman Cohen bereits zu Lebzeiten, wurde von Kollegen wie Autoren mit Tributewerken gewürdigt und als Inspirationsquelle gelistet – völlig zu recht, denn schöner und distinguierter als er hat in populären Gefilden wohl kaum einer über Liebe und Verlust, Glück und Enttäuschung geschrieben. Allein die Tatsache, dass sein „Hallelujah“ mittlerweile zum Standardrepertoire standesamtlicher wie kirchlicher Trauungen gehört (was aufgrund der Tatsache, dass dessen Text eher auf die dunklen Seiten der Liebe blickt und viele Vermählte lediglich Jeff Buckleys Coverversion, nicht jedoch Cohens Original kennen, einer gewissen Ironie nicht entbehrt), spricht Bände… Und um allem Ungewünschtem zu entgehen, hat sich der überzeugte Buddhist und Zen-Schüler das größte Geburtstagsgeschenk gleich selbst gemacht: Pünktlich zum Achtzigsten erscheint dieser Tage sein 13. Studioalbum. Bereits der lakonische Titel bietet einen kleinen Türspalt in die Denkweisen des Dichters an: „Popular Problems„.

Cohen, Leonard - Greatest HitsAn meinen Erstkontakt mit Leonard Cohen erinnere ich mich übrigens noch heute: Mein Vater spielte mir – noch immer voller Begeisterung für das lyrische Geschick Cohens – vor etlichen Jahren seine LP der 1975 erschienenen „Greatest Hits“ vor. Ich, der ich mich damals, in meiner Teenagerzeit, wohl eher von Kapellen wie KoRn oder Metallica beschallen ließ, konnte mit den gewählten Worten, mit der ruhig und beinahe bedächtig vorgetragenen Lyrik Cohens natürlich wenig anfangen und entgegnete meinem Vater, dass ich all das wohl erst verstehen und wertschätzen könnte, wenn ich älter sei. Ich sollte Recht behalten.

 

Fragt man mich nach meinem Lieblingsstück aus dem Repertoire Cohens, so würde ich nach kurzer Bedenkzeit wohl „Famous Blue Raincoat“ (dessen Covervariante von Tori Amos übrigens ähnlich superb gelungen ist) wählen:

 

Und freilich soll am 80. Ehrentag des „Dichterfürsten“ auch „Hallelujah“ nicht fehlen (hier in einer Liveversion aus dem Jahr 2009):

 

Rock and Roll.

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