Auf dem Radar: Arthur Beatrice


Arthur Beatrice

Keine Ahnung, ob die drei Herren mit weiblichem Gesangsvorstand von Arthur Beatrice große Fans US-amerikanischer Achtziger-Jahre-Sitcoms sind. Die Verehrung hierfür reichte jedoch und immerhin so weit, um sich – freilich mit verdrehten Wörtern, man will ja keinen Rechtsstreit riskieren – nach der stets sarkastisch auftretenden „Golden Girls“-Figur Dorothy Zbornak zu benennen. Und die flatterte eben zwischen 1985 und 1992 in Gestalt der 2009 verstorbenen Schauspielerin Beatrice Arthur in wallenden Kostümen durch eine fiktive Damen-WG in Florida.

Stellt man sich mit diesem Wissen nun das Klangbild des Quartetts aus London vor, so gerät man mit großer Wahrscheinlichkeit auf die falsche musikalische Fährte. Denn weder Sonne noch große Achtziger-Jahre-Anleihen oder spontane Hechtsprünge ins Glück sind vom Song „Carter“ sowie der nun erscheinenden, gleichnamigen EP zu erwarten. Schon eher wartet die Band mit einem Sound auf, der an jenen ihrer Landleute von The xx erinnert: ein E-Piano gibt den Takt an, wird alsbald von treibenden Schlagzeugschlägen eingeholt, bevor Ella Girardot, im Hintergrund unterstützt von Orlando Leopard, dem Stück mit ihrem ebenso fragilen wie eindrücklichen Gesangsorgan die Richtung weist. Es groovt, es dubstept dezent. Die Glitzerkugel über den Köpfen der Großstadt-Fashionistas und Trauer-Hipster, sie dreht sich und erfüllt den Raum mi ein wenig Licht. Draußen riecht es nach Nacht und Leben Ernsthaftigkeit und Melancholie…

Dass der britische NME Arthur Beatrice bereits zur „Band of the Week“ kürte? – Mag gerade bei diesem Musikmedium, das alle paar Tage eine neue musikalische eierlegende Wollmilchsau mit Potential durch journalistische Dorf treibt, wenig heißen. Dass es die Band innerhalb weniger Tage bereits auf über 16.000 Soundcloud-Klicks brachte? – Ist allemal ein Erfolg. Doch ob dieser vor allem im Erfolgsfahrwasser der Konsenzkollegen von The xx eingefahren wurde?

Letztlich wird sich in den kommenden Monaten zeigen, ob das Quartett, welches bereits seit der Schulzeit an gemeinsamen Songs arbeitet, zu ähnlichem Erfolg und zu identischer Qualität fähig ist wie das Doppel-X-Trio aus dem Londoner Südwesten. Das Potential ist freilich da. Nun gilt es, sich mit einer möglichst großen Hörerschaft – und maximaler Aufmerksamkeit – aus dem Windschatten heraus zu spielen…

 

Hier gibt es das von der Grafikdesignerin Kate Moross (hätte hier noch jemand beinahe den Namen eines britischen Topmodels gelesen?) höchst stilvoll in Schwarz-weiß gehaltene, in Szene gesetzte Musikvideo zur Debütsingle „Carter“…

 

…sowie einige weitere Soundcloud-Höreindrücke von Arthur Beatrice:

 

Rock and Roll.

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