Review: „Seeds“ von Hey Rosetta! – oder: There’s something in the water…


Hey Rosetta! – Seeds (2011)

-erschienen bei Unter Schafen/Al!ve-

Hey Rosetta!, die fünf Mann und eine Frau starke Band aus dem kanadischen St. John’s (Neufundland), lösen mit ihrem hierzulande im April erschienenen dritten Album „Seeds“ ein qualitatives Versprechen ein, welches ihre Landsleute von Wintersleep vor drei Jahren mit „Welcome To The Night Sky“ gegeben hatten: das auf hymnischen Indierock mit tollen Melodien, angenehmer Eingängigkeit und großem Suchtpotential. Und wo die Band aus Halifax (Nova Scotia) mit den Nachfolgern „New Inheritors“ und – aktuell – „Hello Hum“ eher stilles, anerkennendes Nicken erntet und ihnen seitens der Kritiker ein wenig der Verlust der Leichtigkeit sowie das gestelzt wirkende Bemühen um nachhaltigen Anspruch im Vier-Minuten-Format vorgeworfen wird, haben Hey Rosetta! auf ihrem dritten Album die Asse im Ärmel: Songs, welche sowohl in intimer Clubatmosphäre als auch im Stadion funktionieren, atmen und wachsen können. Songs wie „Young Glass“, „Seventeen“ oder der Titeltrack kommen voller Energie und Inbrunst daher, Sänger Tim Baker erzählt vom Unterwegs- und auf Tournee sein, von erfüllten und unerfüllten Träumen, oder bereitet in „Welcome“ ein paar ehrliche – und dennoch positive – Begrüßungs- und Erklärungssätze für sein damals noch ungeborenes Kind vor. Unterstützt wird er dabei mal von getragener (Akustikgitarre, Piano), mal von hymnischer Instrumentierung, welche von einzelnen Streichern auch mal zu kompletter Orchesterstärke anwachsen kann. Die Konstante bleibt dennoch die Band in klassischer Besetzung, welche die elf Songs meist sorgsam wachsen lässt, um sie schließlich am Ende ausbrechen zu lassen, oder, wie etwa in „New Sum (Nous Sommes)“ wilde Rhythmuswechsel anzuschlagen. Durch Eigenarten wie diese – und da Bakers Stimme der von Wintersleep-Frontmann Paul Murphy nicht ganz unähnlich ist – fühlt man sich ein ums andere Mal an Wintersleep-Songs wie „Archaeologists“ oder „Oblivion“ erinnert. Außerdem liegen St. John’s und Halifax – für amerikanische Verhältnisse – nur einen kanadischen Katzensprung weit entfernt…

Mögen auch Hey Rosetta! mit „Seeds“ aktuell die Nase um Haaresbreite vorn haben – tollen, spannenden Indierock liefern beide Bands. Muss wohl am Wasser an der kanadischen Ostküste liegen…

 

Hier könnt ihr euch Hey Rosetta!’s neues Video zu „Young Glass“ ansehen…

 

…hier das Video zu „Yer Spring“…

 

…das als Trickfilm gestaltete Video zu „New Sum (Nous sommes)“…

 

…und das Video zu „Bandages“, welches die Band beim Spielen des Stückes an verschiedensten Orten, wie Industriehalden, Cafeterien, in der Natur oder einer Kirche (mit Chor!), zeigt:

 

Rock and Roll.

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